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Heimwärts

Morgens gehts gleich über den völlig leeren Großglockner. Nach knapp 45 Minuten treffe ich in Fusch ein und treffe auf Dirk, Tom und Stähler. Wir fahren gleich los und passieren bald die deutsche Grenze.

Hier geht es über den Tatzelwurm ( wohl ein Wasserfall, ich hab aber nur kurven gesehen) auf die Autobahn. Umgehung München und dann ab nach Ingolstadt. Während wir in Ingolstadt Pause machen, düst (*) Tom direkt weiter nach Erlangen, da er heute noch einen Kurs hat.

Wir machen in Ingolstadt bei Stählers Eltern rast und trinken Kaffee mit leckerem Kuchen. Danach trennt sich auch der Rest der Gruppe:  Stähler bleibt in Audistadt, Dirk hat die Nase noch nicht voll und nimmt eine Genussroute nach Erlangen und ich bretter mit erhöhter Geschwindigkeit auf der AB gen Erlangen.

Alles in allem eine Super Tour mit tollen Erlebnissen und haufenweise Landschaft.

Ich hoffe, ich schaffe es, in diesem Blog auch noch ein paar Bilder zu integrieren…

*vMax= LKW-Geschwindigkeit ;-) aufgrund von Seitenwind…

Großglockner

Von der Pension in der nähe von Kastelruth geht es richtung Großglockner.

Wir fahren noch ein Teil der Sellagruppe und bewegen uns dann Richtung Großglockner.

Schon am morgen fällt mir auf, das meine Ladekontrolleuchte nicht leuchtet. Da diese aber schon beim “Birnchentest” ganz am Anfang nicht leuchtet fahre ich recht beruhigt weiter und denke mir nix böses. Wird schon eben ein defektes Birnchen sein. Bei den letzten 6000km rumgerüttel kein wunder…

Irgendwo in Tirol wollen wir tanken. Ich mache die Maschine aus und starte sie wieder…. krrrrrrrkk… ausser dem Geräusch eines abfallenden Starterrelais nix zu machen.

Also wird die Maschine halb zerlegt. Das Birnchen ist ok. Ein Anruf beim Peter ( Cadolzburger BMW-Motorrad-Experte) bringt Gewissheit: Lichtmaschine hin.

ADAC angerufen und auf den Schlepper gewartet. Tom, Stähler und Dirk sind dann weiter Richtung Großglockner während ich mittels gelbem Abschlepper nach Bruneck gebracht werde,  Ziel: Boschdienst.

Dieser versicherte gleich am Anfang das das nix wird heute. Ich solle aber mal warten mit der Zimmerbestellung über den ADAC. Und siehe da, ein Mechaniker erklärt sich bereit, das ganze anzugehen und findet das defekte Teil relativ schnell. Und siehe da: es sind sogar alle Ersatzteile auf Lager. Mit neuer Lichtmaschine, aber mit 200 € weniger in der Tasche nehme ich mit gut 4 Stunden Verspätung die Verfolgung der anderen 3 auf, leider mit mäßigem erfolg. Baustellen, schlechtes Wetter und die extrastrecke von Bruneck ( was leider gar nicht auf dem Weg lag ) schaffen es, das ich erst um 19:17 am Eingang Großglockner eintreffe. Letzte Einfahrt: 19:15. Die kontrollätis an der Mautstelle bleiben trotz schilderung meiner Lage stur, die anderen sind genau hinter dem Großglockner in Fusch und haben bereits ein Zimmer bekommen.

So bleibt mir nur, auf der anderen Seite in Heiligenblut ein Zimmer zu suchen, was aber recht schnell gelingt. Ich komme in einer Pension unter, in der schon ein paar Großgründlacher untergekommen sind. Nach einer Pizza in der Dorfkneipe gehe ich zu Bett.

Dolomiten

Wir laufen morgens im Hafen ein und lassen die Stadt mit den vielen Wasserstraßen und Kanälen an uns vorbei ziehen. Venedig wäre wahrscheinlich sogar mal einen Besuch wert. Aber nicht heute, wie beladen unsere Motorräder, verlassen das Schiff und Venedig auf dem schnellsten Wege. Ein kleiner Stopp auf der Autobahn und schon sind wir auf kleinen Passstraßen. Unser Ziel ist die Sella-Runde in den Dolomiten. In Plan de Gralpa finden wir eine nette Pension, quartieren uns ein und starten die Runde ohne Gepäck. Tom und Björn wollen etwas entspannteres fahren. Wir fahren also den Sella-Pass, gefolgt vom Pordoijoch und Passo di Campolongo. Das abschließende Grödnerjoch ist jedoch gesperrt. Angesichts der Tatsache, die gefahren 50 Kilometer wieder zurück zu fahren, entschließen wir uns die Sperrung zu ignorieren. Oben auf dem Grödnerjoch versperrt eine Schranke den Weg, die wir jedoch geschickt umfahren – wir haben ja die richtigen Mopeds dafür. Wir fahren weiter durch das gesperrte Gebiet, das uns bis zum Ende keinen Aufschluss für die Sperrung gab. Jedoch ist wie zu erwarten das andere Ende der Sperrung auch mit einer Schranke versperrt. Diese zu Umfahren ist etwas kniffliger. Zuerst versuchen wir es über eine Wiese mit kleinen wackeligen Holzbrücken, deren Tragkraft uns aber verunsicherte. Schlussendlich finden wir einen kleinen Wanderpfad, der allerdings etwas steil und mit losem Schotter versehen ist. Motorradfahrer, die das Grödnerjoch von der anderen Richtung nicht passieren konnten, beobachteten unsere Abkürzung. Tja, die haben einfach nicht die richtigen Maschinen dazu ;-) Den Abend lassen wir bei unserem leckeren Halbpenisionsabendessen ausklingen.

Ein Tag auf der Fähre

Wie der Überschrift schon zu entnehmen ist, erwartet uns ein spannender Tag. Rumhängen und planen des nächsten Tages. Unsere mittlerweile vierte Flasche Ouzo in Griechenland neigt sich dem Ende, die Bierdosen sind alle und unser Lampenöl – in PET-Flasche mit Schraubverschluss verpackter Wein – gibt Dirk den Rest. Er kippt um in sein Bett und ward nicht mehr ansprechbar. Das er noch lebt, hat er mit lautem Schnarchen verkündet. Nun, bei dem Krach wollte keiner schlafen gehen, also noch ein Schlaftrünkchen an der Bar …

Von Patras nach Venedig

Letztendlich fahren wir heute den ziemlich direkten Weg nach Patras, aber Dirk hat trotzdem noch ein paar Kurven in die Route eingebaut. Heute geht eine Fähre nach Venedig, Tickets dafür haben wir allerdings noch nicht. Deshalb versuchen wir dies möglichst baldsicher zu machen, wäre ja ziemlich dumm, wenn wir Griechenland nicht wie geplant übers Wasser nach Italien verlassen könnten. Unser Zeitplan basiert auf dieser Annahme. Schlussendlich klappt dann auch alles wie geplant, jedoch unsere Betten sind auf zwei 4-Bett-Kabinen aufgeteilt. Den Nachmittag verbringen wir in einem Cafe in Patras mit Blick auf die Verbindungsbrücke zum griechischen Festland. Wir kaufen noch etwas Proviant für die 34 stündige Überfahrt und schiffen ein. An Bord bekommen wir es noch organisiert, das wir alle vier in ein 4-Bett-Zimmer kommen. Unsere Mitreisenden hätten angesichts der Geruchskulisse sicher keinen Spaß gehabt. Beim Biken in 30 Grad heißer Luft produziert man halt mal kein Rosenöl ;-) . Die nächsten 34 Stunden werden ganz schön lange dauern, die Bar sorgt für etwas Abwechslung.

Unfall

Heute trennen sich kurzfristig unsere Wege. Dirk und ich wollen einen Schotterpass über das Taigetos-Gebirge nehmen, während Björn und Tom außenrum fahren, wobei wir einen Treffpunkt nahe Sparta vereinbart hatten. Wenige Minuten nach Björns und Toms Abfahrt, folgen wir den Beiden. Leider passiert etwas unerfreuliches und logischerweise unerwartetes. In der ersten längeren Linkskurve nach dem Campingplatz legt sich Dirk flach und rutsch ca. 15 Meter über den spiegelglatten Asphalt – wofür Griechenlands Straßen ja bekannt sind. Dirk ist glücklicherweise außer einer kleinen Prellung am Ellbogen nichts weiter passiert, die Kombi und Protektoren haben alles abgefangen, der linke Koffer hängt nur noch an Gurten an der Gepäckbrücke. Die komplette Kofferaufhängung hat sich gelöst und einiges ist am Koffer Bruch gegangen. Die restliche Maschine ist ohne weitere Schäden, abgesehen von weiteren Kratzern davongekommen. Das ABS hat einen Fehler und läßt sich nicht mehr reaktivieren. Der Koffer wird mit Spanngurten befestigt und schon 10 Minuten nach dem Sturz geht es weiter. Allerdings entscheiden wir uns für die moderate Strecke, da die Kofferbefestigung dem Gerüttel auf dem Schotterpass nachgeben könnte. Auf dem Weg in Richtung Sparta, sehen wir Tom und Björn in einer Taverne sitzen,wir gesellen uns dazu und essen zu Mittag. Die Weiterfahrt führt durch sehr schöne Schluchten und führt über kleine Pässe mit schönem Blick ins Tal. Es geht wieder durch sehr schöne kleine Bergdörfer mit engsten Gässchen. Erstaunlich ist, dass egal wie ärmlich ein Dörfchen auch scheinen mag, es steht immer eine Kirche – einer Kathedrale gleich – in der Mitte des Dorfes. Für die Kirche scheint immer genug Geld da zu sein. Orthodoxe oder paradoxe Kirche? Schlussendlich finden wir im Apollo Village unseren Campingplatz für die kommende Nacht. Zu später Stunde entschließen wir uns noch, unsere vorher erworbenen tiefgefrorenen Fleischpflanzerl (Burger) auf Benzinflamme zu fritieren. Etwas gerösteter Knoblauch dazu und Ketchup und schon ist ein leckerer Burger gebastelt.
Dirks Versuche sein ABS wieder zu reaktivieren bleiben erfolglos.

Wir sind gestrandet

Keinen Bock auf Moped fahren. Jeden Tag etwa 300-350 km fahren und anschließend die bescheidene Campingplatzsucherei tragen zu einem gewissen Maß dazu bei, mal einen Relaxtag einzulegen. Es gibt erstmal ein gemütliches Frühstück, baden in der Bucht mit kristallklarem Wasser und anschließendes rumschrauben. Ich repariere meinen schwergängigen Klapphelm, Björn biegt seine von den Umfallern lädierten Kofferträger, Dirk ersetzt eine verlorengegangene Schraube am Sturzbügel. Alles in allem ein sehr fauler Tag bei fast unerträglicher Hitze.Nur im Schatten läßt es sich aushalten. Am Campingplatz haben wir WLAN und so kommt es endlich mal wieder dazu, unsere Blogeinträge auf den Server hochzuladen.

Kurvenfahrt auf Peleponnes

Wir kommen dank Pension und kleinem Frühstück ziemlich früh los. Auf dem Plan stehen viele Kurven in dem Parnonas und Taigetos Gebirge. Die Hitze im Tal treibt uns recht bald in die kühleren Höhen der Gebirge.  Wir fahren sehr enge Kurven und kleinste Gässchen in den Bergdörfen. Es ist erstaunlich, welche Fahrzeuge uns ab und zu entgegenkommen, so z.B. ein Reisebus. Durch die Gassen der Bergdörfer, die für die Normbreite eines Eselskarren ausgelegt sind, kann dieser unmöglich gekommen sein. Aber von wo dann? In einem kleinen Supermarkt kaufen wir für unsere Mittagspause ein, durchfahren bei sengender Hitze und staubigen Pisten das Tal zwischen den Gebirgen und steigen wieder in luftigere Höhen auf. Während der Mittagspauseerfahren wir von Tom, dass sein Moped wieder fahrtüchtig ist und er zu uns stoßen wird. Handy und GPS sei Dank, wird uns das auch gelingen. Die geplante Weiterfahrt über einen Schotterpass scheitert an Björns Unwillen, diesenFahren zu wollen. Wir umfahren das Gebirge und liefern uns mit einem Pickup ein Bergrennen. Mit quitschenden Reifen und schlingerndem Wagen versucht er an uns dran zubleiben. Es blieb bei dem Versuch ;-) Leider haben wir währenddessen Björn verloren. Wir telefonieren uns zusammen, Dirk holt Björn ab, ich checke den nächsten Campingplatz. Mangels stabilem Funknetz erreichen ich nun nicht mehr Dirk, um den Campingplatz zu nennen, bzw. dessen Koordinaten. Naja, schlussendlich wird alles gut, Tom trudelt im Dunkeln auch bei uns ein. Das alles wird bei einer Flasche Ouzo, einer Flasche Pennerglück – das übrigens wie Lampenöl aussieht – und einigen Bierchen begossen. Wir lauschen gespannt Toms Erzählungen. Mit der entsprechenden Bettschwere und Rausch im Gesicht verziehen wir uns schließlichsukzessive in die Zelte.

Der Kanal von Korinth und Tom braucht den BMW Service

Wir verlassen den Verkehrsmoloch Athen auf schnellstem Wege und zwar über die Autobahn. Die paar Eruonen Autobahngebühr zahlen wir gerne, es macht einfach keinen Spaß sich durch das Verkehrsgewühle zu quälen, zumal das Termometer schon wieder gegen die dreißig klettert. Bei dieser Hitze helfen selbst die ausgeklügeltsten Lüftungsöffnungen an der Motorradkombi nix mehr – Transpiration  ist angesagt. Wir überqueren den Kanal von Korinth, der völlig unerwartet unter uns auftaucht. Kleine Pause und weiter geht es in die Peleponnes. Auch hier erweist sich die Campingplatzsuche mal wieder als Chaos, der erste angesteuerte Campingplatz ist geschlossen, der zweite existiert gar nicht. Wir folgen meinem Garmin nach Tripoli, der dortige Campingplatz existiert auch nicht. Außerdem haben die Pensionen nicht geöffnet oder keinen Platz. Irgendwann bleibt Tom mit seiner BMW stehen, Öldruck passt nicht. Laut seinem Handbuch darf er keinem Meter mehr weiterfahren, so stehen wir also an einer Tankstelle im dämmernden Tripoli. Tom organisiert über BMW einen Abschleppdienst und bekommt ein Hotelzimmer. Wir entschließen uns, nachdem mit Toms Verbleib alles geklärt war, in stockfinsterer Nacht an die Küste nach Myloi zu fahren – Dirk hat dort ein Hotel für uns schon fest gemacht. Um ein Uhr Nachts kommen wir ins Bett. Wir hoffen, dass Toms Kiste in Athen wieder flott gemacht werden und er wieder zu uns stoßen kann.

Athen

Heute gibt’s mal kein Mopedfahren sondern Kultur. Oder besser: Touri-Pflichtprogramm.

Wir fahren vom Vorort Kifissia, der leider gar keinen Vorortcharakter mehr hat per “Metro” nach Athen rein um uns haufenweise Steine anzusehen. Ein Haufen davon nennt sich “Akropolis”.

Das Wetter meint es leider zu gut und wir kommen ordentlich ins Schwitzen. Wobei das auch an den Eintrittspreisen zur Akropolis gelegen haben könnte. Hierbei sei jedoch erwähnt das die Verkaufspreise von 0.5L gekühltem Wasser am strategisch sinnvollsten Punkt immer noch unter denen liegen, die sich unser Automatenbestücker auf Arbeit erlaubt zu nehmen.

Wir kaufen noch etwas Touri-Klimbim ein ( Mütze und T-Shirts mit “Athens 2004 Olympia” aufdruck). Weil schon 5 Jahre alt für nur 5 Euro.

Zurück gehts auf den Campingplatz inmitten von Kifissia. Direkt unter dem Übungsgelände einer lokalen Flugschule die mit nervigen Propellerfliegern tiefflug üben ( Kommentar Stähler: “Ich hätt mir schon ne Flak aufs Dach montiert wenn ich hier wohnen würde”). Man schläft trotzdem ein.