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Anstrengender Tag

Irgendwann weckt mich die Sonne, das Meer rauscht immer noch ;-) . Wir rödeln auf und schwingen uns in engen Kehren und weiten Kurven von der Halbinsel zur Fähre nach Gilfa. Dort setzen wir nach Euböa über. Der Gau kommt erst etwas später, als die Route über eine Schotterstrecke führt. Ziemlich loses Geröll bringt uns alle zum Schwitzen, auch die etwa 30 Grad Celsius, die uns die griechische Sonne beschert. Björn, der Pechvogel, nimmt wieder eine Bodenprobe mit seinem Moped, Dirk und ich müssen erstmal einen Platz zum Anhalten finden, um Björn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Seine Mopedhose hat etwas gelitten, der Krümmer hat Löcher reingeschmurgelt. Dirk und ich sondieren noch etwas die weitere Strecke und entschließen uns zur Umkehr, es wäre sicherlich nicht bei diesem einen Umfaller geblieben. Der Weg ist zumal zu heikel, da es bei einem Fahrfehler ganz schön den Berg runter ginge. Im nächsten Ort bauen wir unser Adrinalin bei einem Frape ab und steuern Kefisia, einen Vorort Athens an. Wir passieren die Brücke von Halkida, nehmen etwas Autobahn und nähern uns Athen über eine kleine kurvige Strecke. Das Suchen einer Unterkunft erweist sich mal wieder als schwierig. Der Verkehr kennt kein Pardon für so dick beladene Motorräder, entweder man fließt mit oder säuft ab. Im Viererpacket durch diesen Verkehrsstrom durch zu manövrieren motiviert uns dann doch einen Campingplatz anstelle einer Pension auswählen. Eine passende Pension zu finden, die eine adequate und sichere Unterstellmöglichkeit für unsere Motorräder bietet, macht in diesem Verkehr einfach keinen Spaß. Wir bauen unsere Zelte auf.

Björn konnte heute endlich Getriebeöl kaufen, um den schleichenden Verlust auszugleichen. Dieses hat sich leider gleichmäßig in seinem Packsack verteilt, der sich nun aber ohne zu haken schalten läßt :-) Naja, wer den Schaden hat spottet jeder Beschreibung.

Über unseren Gyros mit Zaziki schlafen wir alle schon beinahe ein. Irgendwie scheint der Tag heute recht anstrengend gewesen zu sein, denn trotz des Athener Verkehrs- und Fluglärms, schlafe ich hervorragend.

Volos

Wir fahren mit leichtem Gepäck zu den Meteora-Klöstern hinauf. Eine asphaltierte Strecke führt nahe an die Klöster heran. Am ersten Kloster machen wir halt und geben uns bei lauschigen 28 Grad und voller Mopedmontour den Aufstieg. Es ist zwar nicht sonderlich anstrengend, aber dennoch sonderlich schweißtreibend. Für schlappe zwei Euronen pro Nase können wir uns im deutlich angenehmer temperierten Kloster wieder abkühlen. Wir glauen auch den “James-Bond-Aufzug” gefunden zu haben. Einer der Filme dreht sich teilweise um eines dieser Klöster. Da Mönche nicht lügen dürfen, also schwindelfrei sein müssen, ist die klosteranlage auch nicht mit aufwändigen Geländern gesichert. Wer also Gott schnell näher kommen möchte, ist oftmals nur einen Schritt davon entfernt.
Am Campingplatz wird noch schnell aufgerödelt, Mittag gegessen und unser heutiges Ziel ist die Pilion Halbinsel bei Volos. Die auf der Karte grün markierten und sehr kurvigen Strecken wollen wir uns nicht entgehen lassen. Der Ritt dorthin ist allerdings umso unspektakulärer. Nach Volos schlängeln wir uns auf engen Kurven in die Berge, um anschließend wieder zur Küste runter zu kurven. So steuern wir zwei Campingplätze an, die allerdings geschlossen sind. Mal wieder das gleiche Spiel, Schlafplatzsuche wird zur Geduldsprobe. Irgendwann verlieren wir noch Björn und Tom, per Handy navigieren wir uns wieder zusammen. Schließlich führt uns ein freundlicher Autofahren zu einem zwar verlassenen Campingplatz, der aber trotzdem in Benutzung scheint. Ich schlafe mal wieder unter freiem Himmel. Beim Zählen der Sterne – ein paar Milliarden hatte ich schon – muss ich irgendwann eingeschlafen sein. Sehr idyllisch hier,direkt am Wasser.

Olymp und die Klöster on Meteora

Nach dem Frühstück am Campingplatz steuern wir den Olymp an. Den Göttersitz sollte man schon mal besucht haben. Eine schön kurvenreiche Strecke führt uns etwa 1000 m hoch, die Abfahrt unterbrechen wir bei einem Kaffee. Dirk bringt an diesem heiligen Ort sein Mopdeopfer und legt es vor versammelten Touristen zur Seite. Es ist nix weiter passiert, aber derStolz hat natürlich, wie bei uns auch,einen Kratzer abbekommen. Jetzt ist nur noch Tom dran, seine Kiste hinzulegen. Die weitere Strecke führt uns um den Olymp herum, Schräglage vom Feinsten. Zwischendurch wirft Zeus seine Blitze nach uns und wir werden zwar nur kurz, aber ordentlich gewaschen. Kleine Flüsse strömen uns auf der Straße entgegen. Die Meteora-Klöster sind unser Ziel für heute. Unterwegs treffen wir noch einen Griechen, der mehrere Jahre im Restaurant Delphi in Nürnberg gearbeitet hat. So klein ist die Welt …
Die Einfahrt nach Meteora ist gigantisch. Steil abfallende Felswände dienen als Kulisse der Stadt, während über allem die Klöster auf diesen Felsen thronen. Morgen ist eine Besichtigung diese Klöster geplant.
Wie bisher jeden Tag in Griechenland, wird reichlich Zaziki verspeist, mindestens dreimal täglich ;-) . Die griechische Küche wird noch zu meinem Verhängnis, es schmeckt einfach alles zu lecker, als das ich etwas auslassen wollte. Das gibt wohl enthaltsame Fastenwochen nach dem Urlaub …

Verkehrschaos in Tessaloniki

Wir gehen den Morgen am Strand gemütlich an. Es werden die Schlafsäcke in der Morgensonne getrocknet. Bei einem gemütlichen Käffchen am unserem Strand sind wir uns einig, es gibt doch noch bessere Momente, als im Büro zu sitzen ;-) (Kollegen, Ihr mögt uns das verzeihen)
In einer Taverne unterwegs pausieren wir, bevor es – leider – in’s Verkehrchaos Tessalonikis geht. Die Straßen scheinen poliert, der fahrbahnbelag ist spiegelglatt. Bei einem Bremsmanöver an einer Ampel kommt mir Björn mit quietschenden Reifen gefährlich nahe. Die Autos suchen sich ihren Weg, unanbhängig von Anzahl der Fahrspuren oder Verkehrsregeln. Dazwischen huschen immer wieder Roller- und Mopedfahrer durch, die mit ihrem Leben schon abschlossen haben müssen. Wie auch immer, wir verlassen unbeschadet diesen Moloch und suchen unseren Campingplatz. Heute werden wir mal den Tag nicht mit Fahren verbringen, sondern den Nachmittag am Campingplatz abhängen. Im Campingplatz-Restaurant hauen wir uns den Ranzen voll, wenige Meter unter uns plätschert das Meer.
Dabei entdeckt Björn, dass seine Kiste am Simmerring seiner Fußschaltung Öl rausläuft. Naja, irgendwann hört das dann auch mal auf – wenn nix mehr drin ist ;-)

Griechenland

Morgens brechen von der mühsam gesuchten Unterkunft in Bulgarien auf. Kurz darauf finden wir ein sehr schön gelegenes Restaurant in dem wir erst einmal Frühstücken. Sogar eine deutsch beschriftete Speisekarte gibt es hier. Der Gebirgszug den wir nun fahren nennt sich “Rodopen” und das fahren macht deutlich mehr spass als am gestrigen Tag.  Schöne Landschaften und ein toller Ausblick säumen den Weg. Am frühen Nachmittag erreichen wir die griechische Grenze, auch hier ohne besondere Vorkommnisse. Nach einigen Kilometern erreichen wir in einem Bergdorf eine Taverne, in der erstz mal (zu wenig) Tzaziki bestellt wird.

Leider wurden wir auch hier erstmal nicht fündig was einen Campingplatz angeht. Wir finden aber eine Bucht in der eh schon einige Camper wild campen und gesellen uns dazu. (”Camping  ? No prombläm here.”).

Bulgarien, Camping nicht möglich

Unser heutiges Ziel ist auf alle Fälle Bulgarien. Wir starten Richtung Craiova, Dirk führt uns unterwegs auf eine nette Piste, leider zu kurz. Björn reitet Rodeo auf der wilden Q, als sich eingetrocknete Fahrrinnen auftun. In Craiova wird getankt, danach kurzes Einkaufen und Brotzeiten am Straßenrand. Die Fahrt geht Richtung Bechet zur Donaufähre nach Bulgarien. Wir kommen gerade recht, als die Fähre anlegt. Die Straßen Bulgariens machen einen etwas besseren Eindruck, als die rumänischen. Trotzdem sind sie abenteuerlich genug, um nicht an Konzentration zu sparen. Durch eine kleine Unachtsamkeit kann ein grösseres Loch im Straßenbelag einen bösen Sturz verursachen.  Wir durchqueren Bulgarien in Richtung Süden geradewegs auf die Rodopen zu und überqueren einen gesperrten Pass.  Anschließend machen wir uns auf Schlafplatzsuche, doch leider erfolglos. Jeder angesteuerte Campingplatz ist geschlossen oder gar nicht vorhanden. Wir suchen etwa 150 km lang Campingplätze, bis es schließlich so dunkel wurde, dass  kaum noch auf einen Schlaplatz zu hoffen war. Selbst Pensionen oder Hotels sind ausgesprochen rar und es ist schon gar nicht mit einem abgesperrten Motorradparkplatz  zu rechnen. Ein letzter Versuch noch, um ein Hotel zu suchen, dann schlagen wir uns in die Büsche. Wir haben Glück, das Motel hat Platz für unsere Mopeds und wir kommen auch noch unter. Der Tag war extrem lang, über 450 km Motorradkilometer zehren schon ganz schön an der Kondition.

Schon wieder Duschen

Vom Campingplatz geht’s noch schön trocken los. Wir wollen die Faragas Route zumindest mal antesten, wurden vom Campingplatzbesitzer aber schon gewarnt das diese derzeit gesperrt ist.
Aber schon am Anfang merken wir, das schlechtes Wetter in den Bergen hängt. Also fahren wir auf einer Alternativroute mit über 100 km Umweg wieder auf unsere alte Route.
Es ist kalt, es regnet teilweise in Strömen, aber manche trockene Abschnitte machen auch Spass. Leider kommen wir in ein touristisch absolut unerschlossenes Gebiet. Dröge Kleinstädte, ärmliche Dörfer säumen den Weg. Nach einer verzweifelten Suche nach einer Unterkunft kehren wir in ein Motel ein. Nicht grad Abenteuerurlaub, dafür aber mit 3 Sternen und warmer Dusche- hat zumindest den Vorteil das ich ( Bjoern ) meine völlig durchweichten Sachen trocknen kann. Die “günstige” Regenkombi war nämlich leider nur “billig” und hat schon vor Tagen beim ersten Einsatz versagt. Egal. Morgen geht’s nach Bulgarien, die Grenze ist etwa noch 100km entfernt.

Die Reifenpanne

Wir kommen viel zu spät los mit aufrödeln, duschen, etc. Wenige Meter nach dem Start meldet sich mein Reifendrucksensor … 0,8  bar. Mist, langer Nagel steckt im Hinterrad. Tom und ich friemeln das Ding aus dem Reifen, die Reparatur klappt problemlos. Allerdings treibt das Aufpumpen ordentlich Schweiß auf die Stirn. Wir folgen der Piste weiter, bis wir an dem ersten Schneefeld ankommen. Björn testet die Eisplatte mit seiner Maschine und nimmt eine Bodenprobe. Es geht ziemlich rutschig und matschig weiter, macht Spaß – jedenfalls mir ;-) Wir erklimmen bei strömendem Regen und Graupel etwa 1800 m Höhe, Björn und Tom leiden etwas unter der Strecke, kalt ist es außerdem. Bei einem Essen wärmen wir uns etwas auf und machen etwas Strecke auf besseren Straßen. Die Verbindung zur angestrebten Fagaras-Route führt uns wieder auf Schotter- und Lehmpisten durch ärmliche Dörfer und freundlich winkende Kinder. Wir fahren zielstrebig auf das nächste Unwetter zu, Blitze und Donner künden den nächsten Regen an. Auf dem Sattel der Strecke entscheiden wir uns zur Umkehr, auf Rutschpartie bei strömendem Regen hatte keiner so richtig Lust. Wir fahren auf einer langweiligen, aber dafür trockenen Strecke  Richtung Fagaras und finden in der Nähe von Avrig einen Campingplatz.
Unglücklicherweise musste ich am Campingplatz meine GS 1200 sanft zur Seite ablegen. Der linke Handprotektor und mein Stolz bekommen leichte Kratzer :-(

Rumänien

Die rumänischen Straßen haben es in sich. Einmal zu spät geschaut und schon wird die kleine Unachtsamkeit durch heftiges Schütteln der Maschine aufgrund eines Schlagloches abgedankt. Im Vergleich zu den Ungarn haben die Rumänen jede Menge Landschaft aufgestellt, einfach nur genial hier rumfahren zu dürfen. Trotzdem ist immer ein Blick in den Rückspiegel angebracht, denn die Jungs fahren wie die Idioten und überholen absolut halsbrecherisch. Das Wetter ist von sonnig und warm, bis Moped plus Fahrer waschen, aber ohne wachsen. In den höheren Regionen der Karpaten sind die Heizgriffe schon ab und zu angesagt, die Pfoten können bei den nassen Handschuhen und 6 Grad schon mal etwas klamm werden. Wir fahren geniale Strecken durch bewaldete Schluchten, reichlich Kurven und abschließend gab’s noch Schotterp iste vom Feinsten. Björn dokumentiert einen Teil dieser Strecke mit seiner Kamera am Helm montiert. Unsere Übernachtung auf 1250 m Höhe ist zwar wirklich frisch, aber unser Marlboro-Feuer wärmt uns ausreichend, damit wir unsere Nudeln, angereichert mit 2 Knollen Knoblauch, Zwiebel und Pesto Rosso, schön genießen können. Alles in allem, ein sehr gelungener Tag, den wir bei sternklarem Himmel und knisterndem Feuer ausklingen lassen.

Ungarn

Wir fahren durch Ungarn. Ungarn sieht so aus*: Eine gerade Strasse, daneben eine Baumreihe, links und rechts davon weite Felder. Es weht Wind. Wahnsinnige Auto- und Kleintransporterfahrer nerven einen.

*gilt generell bis auf uns nicht bekannte Ausnahmen.

Wir finden einen gut besuchten Campingplatz am Velenzer See. Das Klo ist bei diesem Campingplatz teilweise über 50m von den Wohnwagenquartieren entfernt, was einige Campingplatzbesucher ermutigt gleich 3 Scooter, Quads oder sonstigen rollenden und lärmenden Quatsch mitzuschleppen – nur um motorisiert zum klo zu kommen. Wegen den kurzstreckenfahrten dieser Vehikel sind natürlich deren Batterien permanent leer, so das 40 der 50m vom kollega angeschoben werden muss. Supi.